Bargeldintensive Branchen, zu denen auch Taxiunternehmen zählen, stehen immer wieder im Fokus von Betriebsprüfern. Deshalb ist eine genaue Buchführung unabdingbar.

Taxiunternehmen unterliegen grundsätzlich den selben Bestimmungen wie andere Steuerpflichtige. Allerdings hat der Bundesfinanzhof hat in seiner Entscheidung (Bundesfinanzhof, Urteil v. 26.2.2004, XI R 25/02, BStBl 2004 II S. 599) aus Gründen der Praktikabilität einige Erleichterungen anerkannt.

Folgende Besonderheiten gelten für Taxiunternehmen:

  • Sie müssen keine Einzelaufzeichnungen vornehmen
  • Schichtzettel müssen aufbewahrt werden, sie gelten als Einnahmeursprungsaufzeichnung
  • Die Angaben des Taxameters und der Kilometerzähler müssen für alle Taxen vorhanden sein

Im November 2016 hat das Finanzgericht München geurteilt: "Werden die Schichtzettel bei einem Taxiunternehmen nicht aufbewahrt, kann es zu einer Schätzung von Einnahmen kommen" (FG München, Urteil v. 21.11.2016, 7 K 2784/15). Im Jahr 2009 fand in einem Taxi-Unternehmen eine Lohnsteuer-Außenprüfung statt, nachdem ein ehemaliger Fahrer das Unternehmen angezeigt hatte. Die Prüfer stellten das Fehlen von Schichtzetteln und Kassenbüchern fest und fanden ungeklärte Geldflüsse. Deshalb nahm das Finanzamt Schätzungen und Nachkalkulationen vor, die das Unternehmen anklagte. Die Klage wurde vom Finanzgericht München abgewiesen - Eine Schätzung der Einnahmen komme nach § 162 Abs. 2 Satz 2 AO dann in Betracht, wenn

die Buchführung, die nicht der Besteuerung zugrunde gelegt werden könnte,

nicht den gesetzlichen Vorgaben entsprochen hätte.

Die vom Finanzamt durchgeführte Nachkalkulation der Betriebseinnahmen sei demnach in sich schlüssig, wirtschaftlich möglich und vernünftig.

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